Ehrfurcht vor dem Leben

Über 100 Jahre ist es her, dass der Arzt, Philosoph, Organist und Pastor Albert Schweitzer seine Heimat im Elsass verließ, um in Lambaréne in Äquatorialafrika ein Urwaldspital zu bauen. Gabun ist stolz auf das Erbe des „Großen Weißen von Lambaréne“, der für sein humanitäres Engagement 1952 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde.

Das Jubiläum der Texte aus 5 jahrzehnten zur „Ehrfurcht vor dem Leben“ sowie der 50. Todestag am 4. September 2015 sind willkommener Anlass, möglichst viele Menschen für Schweitzers universelle Lebensethik und mehr Engagement zu gewinnen.

Noch ist das Krankenhaus von Lambaréne inmitten des tropischen Regenwaldes voll in Betrieb. Doch manche Geräte sind veraltet und Gebäude dringend renovierungsbedürftig. Spenden und Subventionen des Staates Gabun reichen längst nicht mehr, um den Betrieb zu sichern. Um auf Dauer überleben zu können, muss das Krankenhaus am Ufer des Ogowe-Flusses wirtschaftlich funktionieren. „Wir behandeln hier alle Patienten, auch wenn sie nicht dafür zahlen können. Es ist gut, sozial zu handeln, aber das kommt uns heute teuer zu stehen“, sagt der Spitalsdirektor. Noch immer suchen jedes Jahr etwa 20 000 Kranke aus verschiedenen Teilen des Landes die berühmte Urwaldklinik auf.

Angefangen hatte alles 1913 mit einem Hühnerstall aus Wellblech, den Albert Schweitzer nach seiner Ankunft mit Ehefrau Helene von der örtlichen protestantischen Missionsstation übernommen hat. In Jahrzehnten baute der engagierte Arzt und überzeugte Christ in dem rund 250 Kilometer von der Hauptstadt Libreville entfernten Ort eine weitläufige Klinik-Siedlung auf, die er - zuletzt hochbetagt - bis zu seinem Tod im Jahre 1965 führte. In den alten Häusern der Klinik lebt heute ein Teil des Personals, der originale Speisesaal wird noch immer täglich genützt. Auch die Leprastation existiert weiter, wenn dort auch nur noch 17 Kranke behandelt werden.

Der persönliche Reisebericht von Gerhard Hartmann/Wolfgang Bigenzahn in Bild und Ton will Einblick in „Lambaréne heute“ geben.