Erkrankungen der Nasennebenhöhlen

Endoskopie schafft Abhilfe

Die Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde hat im letzten Jahrzehnt eine rasante Entwicklung erfahren. Dank endoskopischer Untersuchungstechniken weiß man heute, dass die meisten Erkrankungen der großen Nasennebenhöhlen rhinogen entstehen.

Chronische Patienten, die von einer Antibiotika-Kur zur anderen wanderten, können aufgrund endoskopischer Diagnose- und Behandlungsmethoden, die in den letzten zehn bis 15 Jahren entwickelt wurden, heute von ihrem Leiden befreit werden. Durch die Zusammenschau von Anamnese, endoskopischer und bildgebender Diagnostik lassen sich etwaige Blockaden schnell und präzise erkennen und können mittels eines minimal invasiven Eingriffs- für den Patienten durchaus schonend- entfernt werden. Schon bei einem banalen Schnupfen oder einer allergischen Rhinitis kommt es in den vorgeschalteten Spalten und Engstellen der seitlichen Nasenwand zu Schleimhautödemen und Einengung der natürlichen Ostien und somit zu einer Blockade mit gestörter Ventilation und Drainage. Die Ursache für die meisten Erkrankungen der großen Nasennebenhöhlen (Siebbeinzellen, Stirn- und Kieferhöhlen ) sind also in der Nase zu suchen.

Die Leitsymptome sind eine behinderte Nasenatmung, vermehrte Nasensekretion, Niesreiz, Kopfschmerz, Geruchsstörungen, Lidödeme, verstärkter Sekretabfluß in den Rachen, nächtlicher und morgendlicher Husten, rezidivierende Infekte der oberen und unteren Luftwege sowie Symptome an den assoziierten Atemwegsorganen wie Kehlkopf, Luftröhre und Lunge.

Aufgrund der Schmerzlokalisation lässt sich häufig eine Zuordnung treffen. So projizieren die Kieferhöhlen in die Wangenregion, die Stirnhöhle in den Stirnbereich, die Siebbeinzellen in die medialen Augenwinkel und die Nasenwurzel. Erkrankungen der Keilbeinhöhle manifestieren sich meist in einem dumpfen Schmerz im Bereich des Hinterhauptes und der Nackenregion. Als chronisch wird eine Rhinosinusitits bezeichnet, wenn sie länger als drei Monate andauert oder rezidivierend zu Beschwerden führt.

Die Diagnostik stützt sich auf die Angaben des Patienten, die Nasenendoskopie sowie die Bildgebung in Form der koronaren Nasennebenhöhlen-Computertomographie (CT). Mittels Endoskopie und CT werden zugrunde liegende Ursachen, d.h. anatomische Variationen und pathologische Veränderungen dargestellt und analysiert. Infektionsquellen im Bereich der Zähne müssen von zahnärztlicher Seite ausgeschlossen werden.

Endoskopische Chirurgie

Neben abschwellenden, entzündungshemmenden bzw. antibiotischen Behandlungen ist die Domäne der Therapie die funktionelle endoskopische Chirurgie. Die Eingriffe sind minimal invasiv und dienen einerseits der Entfernung von Polypen und pathologischen Veränderungen, andererseits der Erweiterung der Engstellen und Stenosen im Bereich der seitlichen Nasenwand. Sie fördern die Belüftung der erkrankten Nebenhöhlen und ermöglichen dadurch deren Ausheilung. Aufgrund der nahen Strukturen wie Augen und Gehirn gehören diese Eingriffe in die Hand des erfahrenen Arztes.

Die endoskopisch-chirurgische Technik ist für den Patienten wenig belastend, der Spitalsaufenthalt erstreckt sich meist nur über zwei bis drei Tage, doch bedarf es einer intensiven postoperativen Nachsorge mit Absaugen, Spülbehandlung und Applikation von Nasensprays.

Nicht selten geht eine Nasenpolyposis mit Asthma bronchiale einher, gelegentlich auch mit Acetyl-Salicylsäure-Intoleranz. Eine erfolgreiche rhinologische Therapie kann ein sinubronchiales Syndrom oder Asthma bronchiale deutlich bessern.